DMG-Logo

Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Hilfe, Unterstützung & Austausch bei Myasthenia Gravis, Lambert-Eaton-Syndrom & Kongenitalen Myasthenie-Syndromen

16. März 2020 | Redaktion

Gedanken unseres Vorsitzenden zur SARS-CoV-2-Lage

Der Vorsitzende der Deutschen Myasthenie Gesellschaft, Hans Rohn, beobachtet mit Sorge das teilweise irrationale Denken und Verhalten und die daraus erwachsende Panik. Seine Gedanken dazu hat er in diesem Appell an die Leser unserer Homepage formuliert:

Liebe Mitglieder,

sehr viele verunsicherte Patienten und Angehörige wenden sich in dieser für uns alle sehr angespannten Zeit mit Ihren Sorgen an die DMG. Alle Fragen können wir nicht beantworten und viele sind aus der Angst geboren „Was passiert mit uns in dieser Flut von unterschiedlichen und widersprüchlichen Informationen?“.

Ja, wir sind als chronisch erkrankte Myasthenie-Patienten gefährdet. Das ist aber nach meiner Meinung kein Grund zu Panik und Pessimismus. Ich beobachte stattdessen mit Sorge, was dabei herauskommt, wenn die Menschen Toilettenpapier horten und in regelmäßigen Abständen die Regale an haltbaren Lebensmitteln leer kaufen. Zwei Tage später sind diese meist wieder aufgefüllt und das Spiel beginnt von neuem.

Unsere Versorgung mit Medikamenten ist gesichert, sodass in diesem Bereich keine Probleme zu erwarten sind (falls wir nicht dazu übergehen, auch diese überflüssigerweise zu hamstern)!

Fragen nach Impfungen sind im Leitfaden ausreichend beantwortet. Halten Sie sich an die offiziellen Empfehlungen (zum Beispiel des Robert-Koch-Instituts) in seriösen Medien und nicht an zahl- und wahllose Hinweise aus dem Internet. Es gibt sehr viele Nachrichten-Verfasser, die sich mit falschen oder gar frei erfundenen Inhalten wichtigmachen wollen.

Schränken Sie Ihre sozialen Kontakte ein, halten Sie Abstand - Kinder und Enkel gibt es auch noch nach SARS-CoV-2. Auch wenn Schulen und Kindergärten schließen: Sie gehören zu einer Risikogruppe und sind daher für die Kinderbetreuung aufgrund Ihrer Erkrankung und ggf. immunsuppressiven Einstellung nicht die richtige Person.

Brauchen Sie Unterstützung und sind Sie allein, so wenden Sie sich an Ihre Nachbarn vor Ort, an Ihre Stadtverwaltung (Kreisverwaltung) oder auch an soziale Organisationen. So können Sie Ihre Versorgung aufrechterhalten.

Der Staat wird nicht alles leisten können. Die Bürger müssen sich gegenseitig unterstützen, Verantwortung zeigen und mit persönlichem Verhalten wie Berücksichtigung von Hygieneregeln und Absagen unnötiger Veranstaltungen einen Beitrag leisten, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Wir alle müssen jetzt zusammenhalten, das gilt für die gesamte Gesellschaft. Schwache und auch Erkrankte brauchen unsere Unterstützung.

Ihnen und uns wünsche ich, dass diese angespannte und besondere Lage bald vorübergeht.

Herzliche Grüße

Hans Rohn
DMG-Vorsitzender

  ↑