DMG-Logo

Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Hilfe, Unterstützung & Austausch bei Myasthenia Gravis, Lambert-Eaton-Syndrom & Kongenitalen Myasthenie-Syndromen

11. Februar 2020 | Redaktion

Coronavirus (SARS-CoV2) – was sollte man als Myastheniepatient wissen?

Prof. Dr. Franz Blaes
Neurologische Klinik, Kreiskrankenhaus Gummersbach

Seit einigen Wochen erfahren wir über verschiedene Medien über einen Ausbruch einer Viruserkrankung durch eine neue Form sogenannter Coronaviren (SARS-CoV2). Das Ausbruchsgeschehen begann in China, inzwischen sind mehrere andere Länder ebenfalls betroffen, auch in Deutschland sind solche Fälle bei Menschen aufgetreten, die sich in den chinesischen Endemiegebieten angesteckt haben oder einen direkten Kontakt zu Erkrankten hatten.
Während in China eine Reihe von Menschen an dieser Viruserkrankung gestorben sind, sind (Stand 04.02.2020) außerhalb von China lediglich vereinzelt Todesfälle aufgetreten, den deutschen Patienten geht es bisher den Umständen entsprechend gut.

Im Folgenden wollen wir Ihnen die wichtigsten Informationen
zu dieser Erkrankung kurz vorstellen:

Illustratives Bild

Was sind Coronaviren und wo kommen sie her?

Coronaviren sind eine Gruppe von Viren, die seit den 60er Jahren bekannt sind. Sie können normale Erkältungskrankheiten auslösen, aber zu schweren Atemwegserkrankungen (Lungenentzündungen) führen, wie zum Beispiel das SARS Virus 2003 im Rahmen einer Pandemie. Coronaviren können Menschen und Tiere infizieren, bei dem neuen Virus SARS-CoV2 wird vermutet, dass die erste Übertragung von Tier auf Mensch auf einem Markt in Wuhan, China erfolgte, wo eine Vielzahl von Tierarten verkauft wurde.

Wie kann man sich anstecken und welche Erkrankungen löst SARS-CoV2 aus?

Die meisten Coronaviren lösen normale Erkältungen (Husten, Schnupfen) aus. Das neue Virus scheint mit schwereren Erkrankungen der unteren Atemwege, auch Lungenentzündungen (Covid-19) einherzugehen. Gefährdet für schwere Verläufe sind vor allem ältere Patienten oder Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Die Ansteckung erfolgt über Sekrete der Atemwege (Tröpfcheninfektion). Kommen diese Sekrete mit Schleimhäuten in Kontakt (direkt oder über die Hände), kann es zu einer Ansteckung kommen. Eine Ansteckung über importierte Nahrungsmittel oder unbelebte Oberflächen, die nicht in engem Kontakt mit einem Infizierten waren, ist derzeit sehr unwahrscheinlich.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Symptombeginn) beträgt bis zu 14 Tagen.

Welche Behandlungen gibt es gegen die neue Viruserkrankung?

Ein Medikament gegen das Virus steht nicht zur Verfügung. Infizierte Patienten werden für den Zeitraum der Erkrankung isoliert und es erfolgt eine symptomatische Behandlung der Symptome. Auch eine Impfung ist derzeit für das neue Virus noch nicht erhältlich.

Wie kann man sich schützen?

Der wichtigste Schutz vor Ansteckung ist zum einen eine konsequente Händehygiene. Wie man von anderen Viruserkrankungen weiß, reduziert ein konsequentes Händewaschen die Infektionsraten deutlich. Ein weiter wichtiger Punkt ist die sogenannte Husten- und Niesetikette: Husten oder niesen Sie NICHT in die Hände, sondern entweder in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch. Halten Sie dabei Abstand zu anderen Personen und drehen Sie sich weg. Nach Naseputzen, Husten oder Niesen Hände waschen.

Hilft ein Mundschutz, um sich vor Ansteckung zu schützen?

Es kann sinnvoll sein, dass INFIZIERTE / ERKRANKTE Personen, die sich im öffentlichen Raum bewegen, einen Mundschutz tragen. Dieser muss eng anliegen, darf nicht mit den Händen berührt werden und muss bei Durchfeuchtung sofort gewechselt werden. Es gibt bis heute keinen Beweis dafür, dass das Tragen eines Mundschutzes durch eine gesunde Person im öffentlichen Raum diese tatsächlich vor Ansteckung schützt. Für medizinisches Fachpersonal gelten besondere Bestimmungen.

Muss ich als Myastheniepatient besondere Maßnahmen ergreifen?

Die wichtigste Maßnahme für Patienten mit Myasthenia gravis, mit oder ohne Immunsuppression, ist die Einhaltung der o.g. Hygienemaßnahmen: konsequente Händehygiene, Husten- und Niesetikette. Dies senkt das Risiko einer Virusinfektion, nicht nur hinsichtlich des neuen SARS-CoV2. Achten Sie bei Besuchen im Krankenhaus oder in der Arztpraxis darauf, sich bei Ankunft und beim Verlassen die Hände zu waschen, ggf. zu desinfizieren. Auch für immunsupprimierte Patienten (z.B. Therapie mit Azathioprin, Mofetil Mycophenolat, Kortison, Rituximab, Eculizumab oder anderen Immunsuppressiva) werden derzeit hinsichtlich des neuen SARS-CoV2 keine besonderen Empfehlungen ausgesprochen. Bei Atemwegserkrankungen anderer Menschen sollte, soweit möglich, ausreichender Abstand eingehalten werden.

Wo erhält man weitere Informationen?

Informationen für Bürger, darunter Hygienetipps und
Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), stellt die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA
unter http://www.infektionsschutz.de zur Verfügung. Auch
haben einige Bundesländer Hotlines geschaltet.
Literatur / Quelle:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/
FAQ_Liste.html

Zum Anfang ↑