DMG-Logo

Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Hilfe, Unterstützung & Austausch bei Myasthenia Gravis, Lambert-Eaton-Syndrom & Kongenitalen Myasthenie-Syndromen

03. Februar 2018 | Redaktion

Patientinnen und Patienten erleben Qualitätsmängel im Krankenhaus hautnah

Berlin 21.12.2017. - Qualitätsmängel in Krankenhäusern sollen künftig entschiedener verfolgt werden – so will es der Gesetzgeber. Dazu wurde der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) verpflichtet, in einer Richtlinie u.a. zu regeln, wer den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit einer Prüfung der Qualität beauftragen kann.

In seiner heutigen Sitzung hat der G-BA den Antrag der anerkannten Patientenorganisationen, dass auch sie Prüfaufträge stellen dürfen, abgelehnt. „Dieser Antrag war berechtigt, denn Patientinnen und Patienten sind diejenigen im Gesundheitssystem, die ein wirklich existenzielles Interesse an der Einhaltung von Qualitätsanforderungen haben. Und sie sind auch diejenigen, die Qualitätsmängel hautnah erfahren und darüber berichten können. Innerhalb der Patientenorganisationen werden diese Erfahrungen ausgetauscht und aufbereitet.“ so Prof. Dr. Ingo Heberlein vom Sozialverband Deutschland e.V.
Die heutige Entscheidung des G-BA ist bedauerlich, denn Patientenorganisationen sind der ideale Auftraggeber zur Überprüfung von Krankenhäusern, um die Durchsetzung von Qualitätsanforderungen zu erreichen.
Ansprechpartner: Prof. Dr. Ingo Heberlein, E-Mail: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Email-Adresse zu sehen)

Die Patientenvertretung im G-BA besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der vier maßgeblichen Patientenorganisationen entsprechend der Patientenbeteiligungsverordnung:

  • Deutscher Behindertenrat,
  • Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen und -initiativen,
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Die Patientenvertretung im G-BA kann mit beraten und Anträge stellen, hat aber kein Stimmrecht.

08. November 2017 | Simone Westerhoff

Abreise „vom Winde verweht“ – Ein etwas anderer Rückblick…

Sturmtief „Herwart“ wirbelt letzten Tag des erfolgreichen Regionalleiter-Workshops vom 27.-29. Oktober 2017 gehörig durcheinander

Bedröppelte Mienen am Sonntagmorgen beim Frühstück: Gerade noch hatten sich die DMG-Regionalleiter beim Workshop im Waldhotel Schäferberg in Kassel-Espenau zu den konkreten Ergebnissen am Samstag beglückwünscht und sich auf einen gemütlichen Sonntagnachmittag im Kreise der Lieben zuhause gefreut, kam die (nicht ganz überraschende) Hiobsbotschaft: Zugverkehr wegen „Herwart“ eingestellt!

Gestrandet in Westfalen

Bekanntermaßen ging Richtung Norden gar nichts mehr, nach Süden nur per Bummelexpress. Eiligst wurden Alternativmöglichkeiten per Flixbus oder Mitfahrzentralen gegoogelt – in vielen Fällen erfolglos, da heillos überbucht. Schön zu beobachten, wie die Charaktereigenschaften der einzelnen Regionalleiter sich in dieser Stresssituation potenzierten: Während die einen völlig gelassen eine weitere Tasse Kaffee nachschenkten („nützt ja nix“), hämmerten andere aufgelöst auf ihr Handy ein, um eine günstigere Wetterprognose zu erzielen (Sie ahnen es: mit unbefriedigendem Ergebnis).
Nach Recherchen der Geschäftsstelle waren zumindest am Montag alle Regionalleiter sicher in heimischen Gefilden angekommen, manche mit abenteuerlichen Umwegen und spannenden Reisegeschichten im Gepäck: Wolf-Dietrich Trenner, Regionalleiter aus Berlin und gestrandet an einem Bahnhof im Westfälischen, blieb die personifizierte Ruhe und überzeugte Ehefrau und Tochter telefonisch von einem Kurztrip per PKW nach Westfalen.

Humorvoll nahmen es auch die beiden Regionalleiterinnen aus Mecklenburg-Vorpommern: Karin Garloff und Iris Burmeister fuhren zunächst im Wagen von Renate Eberlein, die glücklicherweise mit dem Auto angereist war und auf dem stürmischen Rückweg gleich vier Leutchen Richtung Norden rettete, bis Hannover. Über die Weiterfahrt nach Rostock berichteten die beiden: „Von Hannover aus haben wir einen Taxigutschein nach Hamburg bekommen, leider haben wir in Hannover Peter Schmeck verloren (wir habe ihn aber gestern angerufen, er konnte sofort mit einem Taxi nach Hamburg fahren). In Hamburg warteten wir eineinhalb Stunden in der Schlange, um noch einen Taxigutschein zu bekommen. Dabei bekam Iris einen Schwächeanfall und die Bahnangestellten besorgten uns dann ganz schnell einen Taxigutschein. Als wir endlich im Taxi sitzen konnten, ging es Iris auch wieder besser. So waren wir ca. um 19.00 Uhr zu Hause.“
Multi-Kulti im Taxi

Bei all dem Stress haben die beiden Damen auch tolle Menschen kennengelernt und interessante Gespräche geführt. „Unser erster Taxifahrer kam aus Afghanistan und erzählte von seiner Familie. Ein Ehepaar aus Peru saß mit uns im Taxi. Der Taxifahrer von Hamburg nach Rostock kam ursprünglich aus Indien. Dort hatten wir dann eine Mitreisende, die aus Brasilien kam.“

Gute Ergebnisse vor dem Sturm
Einig waren sich die meisten Regionalleiter nach dem Workshop natürlich nicht nur über den reichlich missratenen Schlussakkord der Veranstaltung, sondern auch über die guten Ergebnisse eines konzentriert geführten Seminars mit den Schwerpunktthemen: „Neupositionierung und Weiterentwicklung der DMG“ und „Kommunikation zwischen Regionalleitern und Vorstand“. Lebhaft wurden am Samstag Ausblicke in die Zukunft diskutiert (Stichwort Digitalisierung). Vor dem Hintergrund des medialen und gesellschaftlichen Wandels kämen Veränderungen auch auf die Arbeit unserer Regionalleiter zu. Konkret wurden dabei die Weiterentwicklung der DMG-Homepage und eine digitale Wissens-Plattform für die Regionalleiter beschlossen.

Was ist therapierefraktär?
Den spannenden Abschluss des Workshop-Tages bildete der Vortrag unseres 1. Vorsitzenden, Hans Rohn, der zur Erweiterung der medizinischen Kompetenz einen Vortrag über neue Medikamente zur Behandlung der Myasthenie hielt. Vor allem das unter dem Markennamen Soliris vertriebene Eculizumab wurde dabei vorgestellt. Der monoklonale Antikörper, der für die Behandlung therapierefraktärer Myasthenien zugelassen ist, ist unter Fachleuten nicht unumstritten, zumal er mit Jahrestherapiekosten von bis zu 600.000 Euro als das teuerste Arzneimittel der Welt gilt. Wichtig sei es, so Hans Rohn, dass der Begriff „therapierefraktär“ („nicht ansprechend auf eine Therapie“) nachvollziehbar definiert werde.

‹ Erste  < 6 7 8

Zum Anfang ↑