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Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Hilfe, Unterstützung & Austausch bei Myasthenia Gravis, Lambert-Eaton-Syndrom & Kongenitalen Myasthenie-Syndromen

26. September 2019 | Redaktion

92. Neurologie-Kongress in Stuttgart

Der 92. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), den die Kongresspräsidenten, Prof. Dr. Ulf Ziemann, Prof. Dr. Holger Lerche, Prof. Dr. Thomas Gasser, und die Kongresssekretärin Prof. Dr. Dr. Ghazaleh Tabatabai ausrichten, steht unter dem Motto „Personalisierte Neurologie“.

Personalisierte Neurologie ist einer der wichtigsten Trends in der modernen Neurologie. Der Kerngedanke der personalisierten Neurologie ist es, dass nicht alle Patienten, die an einer bestimmten neurologischen Krankheit wie etwa Parkinson leiden, mit den gleichen Medikamenten behandelt werden, sondern eine für ihre spezifische Krankheitsform maßgeschneiderte Therapie erhalten.

Illustratives Bild

Personalisierte Neurologie bedeutet: die richtige Therapie für den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt
In den vergangenen Jahren hat dieser Forschungszweig einen Quantensprung erlebt. Ein Beispiel: Bestimmte Formen der Epilepsie werden durch Genmutationen ausgelöst. Dank genetischer Diagnostik ist man heute in der Lage, die Therapie individuell und zielgerichtet dem jeweiligen Gendefekt anzupassen. Möglicherweise können demnächst sogar defekte Gene mithilfe der Gentherapie in den betroffenen Hirnzellen sogar ausgetauscht oder modifiziert werden.
Kongresspräsident Prof. Dr. Ulf Ziemann, Tübingen, forscht zu einer neuen Generation von „Hirnschrittmachern“: Ein Hirnschrittmacher ist eine Elektrode im Gehirn, die durch Stromimpulse Zittern und motorische Ausfälle bei Patienten mit Bewegungsstörungen reduziert. Doch nicht alle profitieren davon gleichermaßen und nicht zu jeder Zeit. Prof. Ziemann und sein Team testen derzeit eine helmartige Vorrichtung, die Patienten aufgesetzt wird und die hochpräzise jeden Punkt des Kortexmantels ansteuern und stimulieren kann. Die zugehörige Software ist in der Lage, Signale des Nervensystems in Echtzeit auszulesen und zu analysieren, in welcher Millisekunde der gesetzte Impuls einen therapeutischen Effekt hat. Erst dann wird er gesetzt. „Das ist ein Paradebeispiel der personalisierten Medizin. Wir werden dieses Verfahren an Alzheimer-Patienten und Schlaganfallpatienten mit Lähmungserscheinungen an Arm und Hand testen.“

Internationale Experten werden erwartet
Zahlreiche international renommierte Referenten werden zum Kongress in Stuttgart erwartet. Prof. Dr. Stefan M. Pulst, University of Utah, USA, wird diskutieren, ob die Genetik ihr Versprechen für die personalisierte Medizin einlösen kann, der Genetiker Prof. Dr. Rudi Balling, Direktor des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine, wird beleuchten, wie man über große Datenmengen Einsichten zu krankheitsauslösenden Mechanismen erhält. Der kanadische Neurochirurg Prof. Dr. Andres M. Lozano wird über neue operative Ansätze zur Behandlung von Parkinson, Depression und Alzheimer berichten.

Alle wichtigen Themen der Neurologie in vier Tagen
Die vier Kongresstage bieten Ärzten und Medizinstudierenden die Möglichkeit, sich in allen wichtigen Themenbereichen der Neurologie fortzubilden. Kernthemen sind Schlaganfall, Multiple Sklerose, Epilepsie, Parkinson-Krankheit, Alzheimer, Hirntumore und Kopfschmerzen.
Aber auch seltene Erkrankungen gehören zum Versorgungs-Repertoire eines Neurologen.
Wie in den vergangenen Jahren ist die DMG selbstverständlich auch auf dieser großen wissenschaftlichen Veranstaltung mit ihrem knallroten Stand vertreten. Neben zwei Mitarbeiterinnen aus der Bremer Geschäftsstelle, Edith Helfers und Simone Westerhoff, ist auch unser Vorsitzender, Hans Rohn, nach Stuttgart gereist, um Kontakte zu knüpfen.

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