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Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Hilfe, Unterstützung & Austausch bei Myasthenia Gravis, Lambert-Eaton-Syndrom & Kongenitalen Myasthenie-Syndromen

21. Juni 2021 | Redaktion

Besteht bei einer immunsuppressiven Therapie ein verminderter Impfschutz?

Durch die Impfung kommt es zu einer gewollten Aktivierung des Immunsystems, in deren Folge der/die Geimpfte gegen eine COVID-19 Infektion gänzlich geschützt werden soll oder ein schwerer Verlauf der Erkrankung verhindert soll.
Unter einer immunsuppressiven Therapie, wie sie auch bei der Myasthenie zur Anwendung kommt, ist daher ein verminderter Impfschutz im Vergleich zu Menschen, die keine immunsuppressive Therapie erhalten, denkbar. Für Myasthenie-Patienten liegen für diese Frage keine konkreten Untersuchungen vor, jedoch kommen Immunsuppressiva auch bei vielen anderen Erkrankungen zum Einsatz, sodass die Situation vergleichbar ist.

Illustratives Bild

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Wir wissen, dass bei den Dosierungen, die bei der Myasthenie üblicherweise zum Einsatz kommen, Impfungen in der Regel gut wirksam sind. Nur bei sehr schwerer Immunsuppression wie z.B. bei Organtransplantierten, sind „Impfversager“ häufiger. Für B-Zell reduzierende Therapie (wie z.B. Rituximab) zeigt sich außerdem manchmal ein verminderter Spiegel von schützenden Antikörpern.
Aktuell besteht die Möglichkeit, nach einer Impfung die Antikörper gegen das Sars-CoV2-Virus im Blut zu bestimmen, um den vermeintlichen Impferfolg zu messen. Dabei ist zu beachten, dass unser Immunsystem aus vielen „Achsen“ besteht, von denen Antikörper nur einen Teil ausmachen. Inzwischen wissen wir, dass bei der Virusabwehr vor allem die sog. zelluläre Immunität (also durch Zellen des Immunsystems) eine sehr große Rolle spielt. Diese lässt sich aber im Blut deutlich schwerer messen. Außerdem bedeuten „fehlende“ Antikörper nicht, dass auch die zelluläre Immunität nicht auf eine Impfung angesprochen hat. Ein fehlender Antikörper bedeutet daher nicht automatisch einen fehlenden Impfschutz. Ob dieser in diesem Fall reduziert, ist aktuell noch unklar. Auf dieser Basis wird aber momentan auch nicht empfohlen, die Impfung kurzfristig zu wiederholen.
Grundsätzlich ist dabei ist zu beachten, dass selbst ein reduzierter Impfschutz immer noch deutlich besser schützt als keine Impfung zu erhalten, sodass wir die Impfung in jedem Fall weiter empfehlen.

Juni 2021

Ärztlicher Beirat der DMG

10. Juni 2021 | Redaktion

Tiefe Trauer um Hans Rohn

Der Anlass dieses aktuellen Artikels ist unendlich traurig: Mit großer Betroffenheit müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass unser Vorsitzender, Hans Rohn, am Sonnabend, den 5. Juni 2021 in Frankfurt am Main verstorben ist.

Sein Tod reißt eine große Lücke, macht fassungslos und traurig.

Für die DMG war er mit seinen Ideen, seiner Tatkraft und Entschlossenheit - immer die Belange der Patienten fest im Blick - ein unermüdlicher und idealer Vorsitzender. Er wird uns sehr fehlen!

Es ist uns ein vorrangiges Anliegen, die angelaufenen DMG-Projekte im Sinne Hans Rohns weiter auszugestalten, erfolgreich auf den Weg zu bringen und fortzuführen. Das würde ihm gefallen und wir werden damit sein Lebenswerk „DMG“ würdigen.

Mit sehr traurigen Grüßen

Der Vorstand

 

09. April 2021 | Redaktion

Aktualisierung - Muster für “Ärztliches Zeugnis” für Covid-19-Impfung entwickelt

WICHTIG: Dieses Muster eines “Ärztlichen Zeugnisses” für Covid-19-Impfungen” wurde am 08. April 2021 aktualisiert.

Um für Patienten mit myasthenen Syndromen eine Priorisierung bei der Covid-19-Impfung erreichen zu können, benötigen Erkrankte, die nicht sowieso schon in den höchsten Kategorien eingestuft wurden (Pflegeheim, Alter etc.), ein Ärztliches Attest.

Der Vorsitzende des Ärztlichen Beirates der DMG, Prof. Dr. Andreas Meisel (Charité Berlin), hat uns freundlicherweise eine Vorlage erstellt, die Sie hier herunterladen können:

Ärztliches_Zeugnis_COVID-19_Impfung_Muster_08_04_2021.pdf

Es dient der Orientierung, um anhand der wichtigsten Faktoren - unter Berücksichtigung der Sonderstellung seltener schwerer Erkrankungen - die Priorisierung vornehmen zu können.

WICHTIG: Der behandelnde Arzt (Hausarzt/Neurologe) muss es ausfüllen und unterschreiben. Damit kann der Patient einen priorisierten Impftermin vereinbaren (bei den jeweiligen Anlaufstellen der unterschiedlichen Bundesländer) und muss natürlich bei der Covid-19-Impfung das Attest vorlegen!

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