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Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V.

Hilfe, Unterstützung & Austausch bei Myasthenia Gravis, Lambert-Eaton-Syndrom & Kongenitalen Myasthenie-Syndromen

27. August 2021 | Redaktion

Bonn-Kölner Myasthenie-Runde

Mediziner der iMZ Bonn und Köln laden am 29. September zur bekannten Bonn-Kölner Myasthenie-Runde ein.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Interessierte und Betroffene,

wir bieten auch in diesem Jahr eine Fortbildung in Kooperation unserer Myasthenie-Zentren an, unterstützt durch die DMG (Deutsche Myasthenie-Gesellschaft).
Herzlich laden wir Sie zur Teilnahme an unserer Veranstaltung ein, bei der wie Ihnen am 29. September 2021 von 18:00 bis 20:00 Uhr ein Update zu interessanten, aktuellen Themen anbieten. Aufgrund der aktuellen Lage findet die Veranstaltung über die Videoplattform Zoom statt.
Daher bitten wir um Anmeldung bis zum 24.09.2021
über die E-Mail-Adresse .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Email-Adresse zu sehen).
Kurz vor der Veranstaltung erhalten Sie per E-Mail den Link, über den Sie an der Videokonferenz teilnehmen.
Im Anschluss an die Vorträge gibt es Raum für Fragen und Diskussion zu den Themen.

18:00 Uhr: Begrüßung, Einleitung der Themen
Dr. Julia Kaiser
LVR-Klinik Bonn

18:15 Uhr: Impfungen bei Myasthenie
Prof. Dr. Michael Schroeter
Uniklinik Köln

18:45 Uhr: Lambert-Eaton-Syndrom – ein Update
Dr. Hella Schmitz
LVR-Klinik Bonn

19:15 Uhr: Fallvorstellungen
Dr. Julia Kaiser
LVR-Klinik Bonn
anschl. Fragen und Diskussion

Flyer Bonn-Kölner Myasthenie-Runde 29.09.2021

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Dr. Julia Kaiser, Dr. Hella Schmitz und Prof. Dr. Michael Schroeter

18. August 2021 | Redaktion

Mitteilung der STIKO zur Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche

Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und spricht nunmehr eine Impfempfehlung für alle 12- bis 17-Jährigen aus – Beschlussentwurf ist soeben in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren gegangen.

Die STIKO hatte am 10. Juni 2021 für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren eine COVID-19-Impfung nur bei bestimmten Indikationen (Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko für schweren COVID-19-Verlauf; vulnerable Personen ohne ausreichenden Immunschutz im persönlichen Umfeld; berufliche Exposition gegenüber SARS-CoV-2) ausgesprochen und ansonsten auf die Möglichkeit der Impfung nach individueller Aufklärung und Nutzen-Risiko-Abwägung hingewiesen. Die damalige Empfehlung basierte auf (a) der Beobachtung, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland ein geringes Risiko haben, schwerwiegend an COVID-19 zu erkranken; (b) einem begrenzten Kenntnisstand über seltene Nebenwirkungen der neuen mRNA-Impfstoffe in dieser Altersgruppe; (c) ersten Berichten zu Herzmuskelentzündungen im zeitlichen Zusammenhang mit mRNA-Impfungen, vor allem bei Jungen und jungen Männern; und (d) den zum damaligen Zeitpunkt laut Modellierung geringen Auswirkungen der Impfung dieser Altersgruppe auf den weiteren Verlauf der Infektionsausbreitung in Deutschland.

Auf der Grundlage neuer Überwachungsdaten, insbesondere aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu 10 Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen, können mögliche Risiken der Impfung für diese Altersgruppe jetzt zuverlässiger quantifiziert und beurteilt werden. Die sehr seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen müssen als Impfnebenwirkungen gewertet werden. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Patienten mit diesen Herzmuskelentzündungen hospitalisiert, hatten jedoch unter der entsprechenden medizinischen Versorgung einen unkomplizierten Verlauf. Umgekehrt weisen neuere Untersuchungen aus dem Ausland darauf hin, dass Herzbeteiligungen durchaus auch bei COVID-19-Erkrankungen auftreten. Zudem sind bisher keine Signale für weitere schwere Nebenwirkungen nach mRNA-Impfung aufgetreten, insbesondere auch nicht bei Kindern und Jugendlichen. Schließlich ergaben aktuelle mathematische Modellierungen, die die nun dominierende Delta-Variante berücksichtigen, dass für Kinder und Jugendliche ein deutlich höheres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion in einer möglichen 4. Infektionswelle besteht. Unsicher bleibt, ob und wie häufig Long-COVID bei Kindern und Jugendlichen auftritt.

Nach sorgfältiger Bewertung dieser neuen wissenschaftlichen Beobachtungen und Daten kommt die STIKO zu der Einschätzung, dass nach gegenwärtigem Wissenstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen. Daher hat die STIKO entschieden, ihre bisherige Einschätzung zu aktualisieren und eine allgemeine COVID-19-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige auszusprechen. Diese Empfehlung zielt in erster Linie auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor COVID-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab. Unverändert soll die Impfung nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko erfolgen. Die STIKO spricht sich ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.

Die STIKO ist unabhängig und erarbeitet ausschließlich auf der Basis der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz die bestmöglichen Impfempfehlungen für die Bevölkerung in Deutschland. Sie berücksichtigt hierbei stets den aktuellen nationalen wie auch den internationalen Wissensstand und entwickelt ihre COVID-19-Impfempfehlung entsprechend fortlaufend weiter.

Der Beschlussentwurf mit dazugehöriger wissenschaftlicher Begründung ist soeben in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und den beteiligten Fachkreisen gegangen. Nachfolgende Änderungen sind daher möglich. Die endgültige Empfehlung der STIKO für Kinder- und Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren erscheint dann zeitnah im Epidemiologischen Bulletin.

Weitere Informationen
Internetseite des RKI zur COVID-19-Impfung, u.a. mit Antworten auf häufig gestellte Fragen

Stand: 16.08.2021

21. Juni 2021 | Redaktion

Besteht bei einer immunsuppressiven Therapie ein verminderter Impfschutz?

Durch die Impfung kommt es zu einer gewollten Aktivierung des Immunsystems, in deren Folge der/die Geimpfte gegen eine COVID-19 Infektion gänzlich geschützt werden soll oder ein schwerer Verlauf der Erkrankung verhindert soll.
Unter einer immunsuppressiven Therapie, wie sie auch bei der Myasthenie zur Anwendung kommt, ist daher ein verminderter Impfschutz im Vergleich zu Menschen, die keine immunsuppressive Therapie erhalten, denkbar. Für Myasthenie-Patienten liegen für diese Frage keine konkreten Untersuchungen vor, jedoch kommen Immunsuppressiva auch bei vielen anderen Erkrankungen zum Einsatz, sodass die Situation vergleichbar ist.

Illustratives Bild

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Wir wissen, dass bei den Dosierungen, die bei der Myasthenie üblicherweise zum Einsatz kommen, Impfungen in der Regel gut wirksam sind. Nur bei sehr schwerer Immunsuppression wie z.B. bei Organtransplantierten, sind „Impfversager“ häufiger. Für B-Zell reduzierende Therapie (wie z.B. Rituximab) zeigt sich außerdem manchmal ein verminderter Spiegel von schützenden Antikörpern.
Aktuell besteht die Möglichkeit, nach einer Impfung die Antikörper gegen das Sars-CoV2-Virus im Blut zu bestimmen, um den vermeintlichen Impferfolg zu messen. Dabei ist zu beachten, dass unser Immunsystem aus vielen „Achsen“ besteht, von denen Antikörper nur einen Teil ausmachen. Inzwischen wissen wir, dass bei der Virusabwehr vor allem die sog. zelluläre Immunität (also durch Zellen des Immunsystems) eine sehr große Rolle spielt. Diese lässt sich aber im Blut deutlich schwerer messen. Außerdem bedeuten „fehlende“ Antikörper nicht, dass auch die zelluläre Immunität nicht auf eine Impfung angesprochen hat. Ein fehlender Antikörper bedeutet daher nicht automatisch einen fehlenden Impfschutz. Ob dieser in diesem Fall reduziert, ist aktuell noch unklar. Auf dieser Basis wird aber momentan auch nicht empfohlen, die Impfung kurzfristig zu wiederholen.
Grundsätzlich ist dabei ist zu beachten, dass selbst ein reduzierter Impfschutz immer noch deutlich besser schützt als keine Impfung zu erhalten, sodass wir die Impfung in jedem Fall weiter empfehlen.

Juni 2021

Ärztlicher Beirat der DMG

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